Weitere Repressalien gegen Journalistinnen und Journalisten in den USA

Anlässlich des G20-Finanztreffens hat das US-Finanzministerium einzelnen Journalisten die Akkreditierung für deren Teilnahme verweigert. Dabei handele es sich um Reporter der New York Times, des Wall Street Journals sowie von Bloomberg News. Finanzminister Scott Bessent dementierte, dass die Entscheidung etwas mit der Einstellung der Journalisten zu tun hätte. Sowohl Bloomberg News als auch die New York Times verurteilten den Schritt des Finanzministeriums als „nicht nur einen weiteren Schritt, unabhängigen Journalismus zu untergraben“, vielmehr sei dies auch ein „Versuch, den Augen der Öffentlichkeit zu entgehen“. 

Aber auch abseits des Finanzgipfels der G20 gab es erneut Angriffe gegen Medienschaffende. US-Präsident Donald Trump fordert die Medienaufsichtsbehörde FCC zur Bestrafung der renommierten Journalistin Kristin Welker des Senders NBC auf. Grund für die Anschuldigung sei die „absichtliche Ungenauigkeit“ in ihrer Berichterstattung in Bezug auf den Vorwahlkampf für die Kongresswahlen im kommenden November. Bereits im Juni kam es zwischen Welker und dem Präsidenten zu einem hitzigen Aufeinandertreffen, als dieser bei einem Einzelinterview auf kritische Fragen zur Wahlniederlage 2020 vorzeitig den Raum verließ. Trump zeigte sich in einem Post auf der Plattform Truth-Social zuversichtlich, die FCC würde eine „solche Gefahr für das Land sehr ernst nehmen“. Die Medienaufsichtsbehörde, geleitet von Trump-Loyalist Brenden Carr, droht Fernsehsendern wie NBC immer wieder mit dem Lizenzentzug. 

Beide Vorfälle reihen sich ein in die zahlreichen Unternehmungen der Trump Regierung, die freie Berichterstattung in den USA weiter einzuschränken. (ila)

 

Al Jazeera: Trump threatens to report journalist Kristen Welker to broadcast regulator

Die Zeit: Trump fordert Strafe wegen kritischer Berichterstattung

ZDF heute: Einzelne Journalisten nicht zu G20-Treffen in USA zugelassen

PBS News: Treasury Department blocks certain journalists from covering G20 meeting