Wolfram Weimer warnt vor massivem Mediensterben

Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, befürchtet, dass private Medien in den nächsten Jahren vermehrt von Insolvenzen betroffen sein könnten: "Wir werden in den nächsten Jahren eine Pleite-Serie bei lokalen Rundfunkanstalten, Zeitungen, Magazinen, auch Fernsehanstalten erleben. Das trifft die gesamte Bandbreite, ich spreche da sogar von einem Mediazid, der uns bevorsteht. Das verändert auch die demokratische Substanz.", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur KNA. 

Zu dem müüse man konsequenter regulieren und das Plattform-Privileg abschaffen: "Diese Anbieter haben ja immer argumentiert, sie seien gar kein Medium, sondern würden nur Inhalte Dritter zur Verfügung stellen. Das gilt längst nicht mehr - spätestens seit den KI-Overviews. Aber wenn das so ist, müssen sie gefälligst die gleichen Regeln befolgen wie jedes andere Medium auch, zum Beispiel in Sachen Jugendschutz und Presserecht." Genauso man an müsse das Kartellrecht herangehen, denn es könne nicht sein, dass die klassischen Medien hierzulande eine Vielzahl an Regelungen beachten müssten, die Plattformen aber nicht im gleichen Maße: "das ist kein fairer Wettbewerb". (as)

 

Meedia: Wolfram Weimer im Interview zum Medienstandort Deutschland

turi2: Im KNA-Interview: Wolfram Weimer warnt vor massivem Mediensterben

Die Zeit: Wolfram Weimer warnt vor Insolvenzwelle bei privaten Medienunternehmen