Israel: taz-Journalistin Einreise und Arbeitsvisum verweigert

Israels Regierung hat taz-Korrespondentin Serena Bilanceri die Arbeitserlaubnis sowie die Einreise nach Israel verweigert. Begründet wurde diese Entscheidung zunächst nicht. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Bilanceri Probleme bei der Ein- und Ausreise hat. Im vergangenen Jahr wurde ihr Laptop auf dem Weg von Tel Aviv nach Wien beschlagnahmt und schwer beschädigt zurückgegeben. Die Journalistin macht in ihren Berichten unter anderen über die Siedlergewalt im Westjordanland und die Missstände im Gazastreifen aufmerksam und ruft zu Maßnahmen gegen Israels Handeln auf. Die israelische Regierung wertet die Berichterstattung als „Aufruf zum Boykott Israels unter dem Deckmantel des professionellen Journalismus“, den man nicht dulden werde. Die Redaktion der taz weist jegliche Boykottaufrufe zurück.

Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert die Entscheidung der israelischen Regierung zutiefst und spricht von Einschränkung der Pressefreiheit und unabhängigen Berichterstattung, die mit demokratischen Grundsätzen unvereinbar sei. „Kritik an der israelischen Regierung, an der Besatzung des Wetsjordanlands oder an der humanitären Lage in Gaza ist kein Beleg für fehlende journalistische Unabhängigkeit“, teilte die Organisation in einer Pressemitteilung mit. Der Fall der taz-Journalistin ist kein Einzelfall. Auch italienische und französische Journalistinnen und Journalisten wurden in der Vergangenheit bei der Einreise gehindert. Ebenfalls bleibt der Gazastreifen für ausländische Medienschaffende weitestgehend unerreichbar. (ila)

 

Reporter ohne Grenzen: taz-Journalistin von israelischer Regierung an Einreise gehindert

tagesschau.de: Israel verweigert taz-Korrespondentin die Einreise

Die Zeit: Israel verweigert Arbeitserlaubnis für »taz«-Korrespondentin

Der Spiegel: Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum