Interview-Aufnahmen der Zeit im Fall Block beschlagnahmt

Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Hamburg haben Tonaufnahmen der Wochenzeitung Die Zeit beschlagnahmt, die im Zusammenhang für einen Podcast über den Fall der Familie Block entstanden sind. Das Hamburger Landgericht hat die Durchsuchung der Redaktionsräume der Zeit, sowie der Wohnung der betroffenen Journalistin angeordnet. Dazu kam es jedoch nicht, da die Autorin die Materialien sofort herausgab. In den Aufnahmen geht es um Gespräche mit den Kindern der Familie Block wenige Tage nach deren Entführung beim Vater in Dänemark Silvester 2023. Die Aufzeichnungen werden vom Gericht als mögliche Beweismittel in den Ermittlungen gehalten. 

Sowohl Die Zeit selbst als auch zahlreiche Medienhäuser und -verbände klagen über einen schweren Eingriff in die Pressefreiheit. Der Quellenschutz sei eine zentrale Voraussetzung für unabhängigen Journalismus, der auch in Strafverfahren gewahrt werden müsse. Daniel Drepper, Vorsitzender des Netzwerk Recherche: „Wenn Menschen nicht mehr darauf vertrauen können, dass ihre Aussagen und Dokumente bei uns sicher sind, verlieren sie ihr Vertrauen. Und wir die Grundlage unserer Arbeit.“  (ila)

 

Die Zeit: DIE ZEIT verurteilt angedrohte Durchsuchung der Redaktion

Reporter ohne Grenzen: Angedrohte Durchsuchung bei der ZEIT: schwerer Angriff auf die Pressefreiheit

ZDF heute: "Zeit" will gegen beschlagnahmte Podcast-Aufnahmen vorgehen

tagesschau.de: Block-Prozess: Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Aufnahmen der "Zeit"

Netzwerk Recherche: Netzwerk Recherche verurteilt Beschlagnahme von ZEIT-​Interview